hälfte-hälfte macht ganz

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Wie ist es in einem anderen Land zu leben? In einem Land, das aber eigentlich deine zweite Heimat ist. Deine zweite Kultur. Deine zweite Muttersprache. Und gleichzeitig auch irgendwie nicht. Denn du bist in einem anderen Land geboren. In einem anderen Land aufgewachsen. In einem anderen Land zu Schule gegangen.

Ich muss an dieser Stelle sagen: „Danke Mama!“ Danke, dass meine zweite Heimat von Anfang an Teil unseres Lebens war. Wir haben in unserer Familie Portugiesisch gelernt, es gab Brigadeiro zum Geburtstag und ihre Lieblingsmusikrichtung „Pagode“ ist im Auto rauf- und runtergelaufen. In unserem Garten war eine Brasilienfahne gehisst und wir haben ab und an versucht ein Churrasco im Grill zu imitieren. Es gab sie. Diese kleinen Momente der Verbundenheit zu meiner anderen Kultur. Nicht nur ein Name, der sagt, dass ich nicht ganz von hier bin. Nicht nur mein Aussehen, dass verrät, dass ich noch andere Wurzeln habe. Etwas, das mich hier ausschließt, und wo anders einschließt.

Und dann der Gedanke: „Da ist noch mehr!“ Ein Ruf meines Herzens. Meiner Identität, die mich auffordert herauszufinden, was es denn wirklich bedeutet, die andere Hälfte zu sein. So erfuhr ich, was es bedeutete auf der Siegerseite des 7:1 zu stehen. Auch hier war ich anders. Gehörte nicht dazu. War nicht ganz, so wie sie.

Aber das ist egal, denn Hälfte-Hälfte macht ein Ganzes.

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