Weihnachten ist die sogenannte besinnliche Zeit. Gegen Ende des Jahres klopft der Abschied des laufenden Jahres an die Tür. Wir blicken zurück und sind vielleicht dankbar für das, was dieses Jahr geschehen ist. Vielleicht auch nicht. Wir beschenken uns voller Liebe. Oder auch nicht. Aber auf jeden Fall leuchtet, glitzert und alles wird geschmückt, sodass es den schönen Anschein hat, als wäre das hier vor unserer Nase eine heile Welt.
Heute steht er da und ist größer als ich geworden. Er funkelt fröhlich vor sich hin. Ein toter Baum, der mehr Leben ausstrahlt als ich. All diese Lichter an und Geschenke unter ihm wirken (im) Schein-heilig. Sie sagen mir, dass alles friedlich ist. Und das ist es. Es ist ruhig. Es ist still. Ich höre aus der Musikanlage nur das leise Rauschen der Lautsprecher, weil kein Handy angeschlossen ist.
Dabei ist Weihnachten doch immer laut. Lautes Gelächter, lauter Geschichten, noch lautere Grummeleien. Irgendwo auf der Strecke zwischen Einklang und Harmonie sind schiefe Töne dabei. Vielleicht ohne es zu wollen. Doch sie schlittern und rutschen wie Pinguine auf Schlittschuhen einfach so hinein. Mir nichts, dir nichts von jetzt auf gleich. Ohne Halt und mit vollem Karacho.
Weihnachten leuchtet und das Leuchten ist der Platzhalter für Dunkelheit. Für schlechte Tage. Für alleine sein. Für sich einsam fühlen. Für das, was fehlt. Für Armut und Krieg. Für Dinge, von denen wir uns mit Kerzen, einem warmen Feuer, Glühwein, Punsch und vielleicht einem Crêpes mit Zimt und Zucker ablenken. So wie an jedem anderen Tag im Jahr vielleicht auch. Nur überschmücken wir es jetzt. Und der Rest geschieht in einer heiligen, stillen Nacht, in der alles schläft.
Ich muss Weihnachten nicht mögen, nur weil du es magst. Denn, auch wenn ich alles, was leuchtet, liebe, mag ich Weihnachten eigentlich gar nicht,

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