Kannst du dich noch daran erinnern: Wann du das letzte Mal Kind warst? Und wie schnell bist du eigentlich erwachsen geworden?
Manche Kinder dürfen sich mehr Zeit fürs Erwachsen werden nehmen, als andere. Manche Kinder bleiben für immer Kinder. Manche Erwachsene wären gerne mal wieder Kind. Und manche Kinder können keine Kinder sein.
Ich bin Letzt durch den Schnee gelaufen und habe dann daran gedacht, wann ich das letzte Mal einen Schneemensch gebaut habe. Eine Schneeballschlacht und Schneeengel gemacht habe. Jemanden einfach mal so richtig schön mit Schnee im Gesicht eingeseift habe oder Herzrasen beim Schlitten fahren hatte, weil es einfach keine Bremse gab. Und dann habe ich mich gefragt, wie andere Kinder in anderen Ländern aufwachsen, draußen herumtollen und toben. Wie sieht der Winter wohl in Gambia aus? Ich habe daran gedacht, wie unterschiedlich Kinder Kind sein dürfen. Wir werden mit unterschiedlichen Spielen groß. Lernen andere Werte, Freiräume oder Grenzen kennen. Wir führen einfach ein komplett anderes Leben.
Und trotzdem behaupte ich jetzt mal, Kinder sind überall auf der Welt gleich: Sie wollen spielen, gesehen und verstanden werden. Sie wollen sich sicher fühlen und einen Ort haben, an dem sie sein dürfen, wie sie sind. Einen Ort, der nicht nach Leistung fragt. Nicht nach richtig oder falsch. Einen Ort, der nicht bewertet, sondern begleitet.
Und wie ist das denn? Kinder malen, Kneten, Basteln ohne zu wissen was falsch oder richtig, schön oder hässlich ist. Kinder sind kleine Erwachsene, die einfach machen und tun und ihre unschuldige Welt nach Außen tragen. Ein Klecks ist ein Abenteuer, ein krummes Haus ihr Zuhause und ein Pinselstrich mit bunten Farben ein Regenbogengefühl mit pinken Hasen und einem Baum, der fliegen kann. Ein Kind, das malt, erzählt. Ein Kind, das formt, ordnet. Ein Kind, das klebt, legt Spuren.
Sie tragen Freude, Fantasie und Spaß. Dann auch mal Tüten voller Tränen und vielleicht sogar Kisten voll Verantwortung. Manchmal sind es Ängste. Manchmal ein Alltag, der zu früh zu viel verlangt. Kinder, die viel zu schnell groß werden, und nicht immer die Möglichkeit haben, über ihre Sorgen zu sprechen, weil die Worte fehlen, weil niemand fragt, oder weil es in ihrem Leben wichtiger scheint, stark zu sein. Dinge, die zu einem inneren Schatten wachsen oder zu einem Monster unter ihrem Bett.
Die Kunst legt dabei ihre fürsorglichen Hände auf ihre Schultern. Wenn ein Kind mit Erde malt oder im Schnee spielt, dann ist das nicht nur kreativ. Dann ist es auch eine Verbindung zur eigenen Umgebung. Etwas, das sagt: „Hier bin ich. Und hier darf ich gestalten.“ Diese Art von Kunst ist keine Deko. Sie ist ein Werkzeug. Ein Raum für Resilienz.
„Resi – Was für ein Ding?“ Na, Resilienz liebe große Kinder: Die Fähigkeit, nach schweren Momenten wieder aufzustehen. Nicht, weil alles plötzlich gut ist. Sondern weil man spürt: „Ich habe etwas in mir, dass etwas schaffen kann. Das Herausforderungen überwinden kann.“
Ein Kind, das seine Gefühle in Farben verwandelt, lernt:
Meine Gefühle sind Teil von mir.
Ein Kind, das gemeinsam mit anderen gestaltet, lernt:
Ich bin nicht alleine.
Ein Kind, das etwas erschafft, lernt:
Ich kann Spuren hinterlassen.
Und vielleicht ist das einer der wichtigsten Sätze, die ein Kind innerlich lernen kann: „Ich bin mehr als das, was mir passiert und ich kann aktiv mitgestalten.“
Kunst ist das Spiel, das für immer bleibt. Wenn ein Kind sich vorstellen kann, dass morgen anders sein kann, dann ist das Hoffnung. Und Hoffnung ist immer auch ein nächster Schritt und vielleicht auch ein neuer Anfang.
Ich glaube an Kunst. Und ich glaube daran, dass Kinder überall auf der Welt das Recht haben, innerlich unterstützt aufzuwachsen. Und das ist alles, was das kunsttherapeutische Projekt für Kinder in Gambia will.
Deine Spende wird in Gambia zu Farbe, zu Papier, zu Zeit und zu einem Raum, in dem ein Kind sagen kann: „Ich bin da.“ Danke, dass du mithilfst, Kindern in Gambia einen Raum zu geben, in dem sie als Kinder gesehen werden.

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